· 

Beeindruckende Häuser und Baumwollernte am Mississippi

Natchez ist nicht nur der Name eines Mississippi-Raddampfers in New Orleans, sondern auch eine tatsächlich schöne Stadt in Mississippi am Mississippi! Geprägt durch ein Stadtbild von Antebellum Häusern gibt es hier auch Restaurants, Kneipen und einen Hop-on/Hop-off Bus. Unser heutiger Reiseführer durch ein sehr besonderes Haus gab an, dass Natchez zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Geschichte als reichste Stadt Nordamerikas galt. Wir haben auf jeden Fall viele Häuser von außen gesehen und eines auch von innen: Longwood House. Dieses Haus ist deshalb so besonders, weil es nach einem orientalischen Baustil gebaut und aufgrund des Bürgerkriegs nie fertiggestellt wurde. Neben Bäumen (;-)) mag ich auch Häuser und Architektur. Es war also sehr interessant, das Haus zu besichtigen, auch wenn nur ein Stockwerk der insgesamt 5 Stockwerke von drinnen fertig war. Um ehrlich zu sein, war es vielleicht so gar hübscher, denn das Mauerwerk war entblößt, die Holzkonstruktionen der Stockwerke waren zu sehen und man konnte sich selbst vorstellen, wie man es einrichten würde. Der damalige Architekt hätte die Wände und Böden mit Marmor, Malereien und Fliesen verkleidet, Statuen aufgestellt und somit dem Pomp der Zeit entsprochen, aber nicht meinem Geschmack...

 

In Natchez ist der Mississippi noch schöner und wir konnten ihn im Sonnenuntergang von einer kleinen Bar aus mit Fastfood und Bier genießen. Das alles natürlich erst, nachdem wir den gesamten Tag wieder gelernt haben. Dieses Mal haben wir eine aktive Baumwollplantage besichtigt, die Touren anbietet, in denen man damals und heute sehen kann: Frogmore Plantation. Wir hatten eine sehr eifrige Reiseführerin, die uns mit etlichen Geschichten weit über die 1,5 Stunden geplante Zeit beschäftigt hat. Als Gerrit abgekürzt und einen 25 minütigen Film (den nur wir beide geguckt haben) frühzeitig abgebrochen hat, konnte sie gar nicht aufhören, den Kopf darüber zu schütteln. Sie hat ihm aber schnell verziehen und konnte geschmeidig wieder in ihre geübte Tour zurückfinden. Es war sehr interessant, in den originalen Hütten der damaligen Baumwollpflücker zu stehen und deren Tagesablauf zu hören. Natürlich haben die Plantagenbesitzer damals schon frühzeitig das Share Cropping angefangen und von den ehemals "enslaved" Menschen sind nach dem Bürgerkrieg 90% auf der Plantage geblieben.

 

Wir durften Baumwolle pflücken, zupfen und sogar behalten, die Cotton Gin (kommt von Engine, aber wir dachten auch zuerst jetzt gäbe es was zu trinken!) von damals bestaunen und dann die moderne Fabrik per Drive-Thru besichtigen. Wir haben nette Deutsche kennengelernt, die wir anschließend noch zweimal auf unseren Touren durch Natchez getroffen haben.

 

Morgen geht es dann endlich an die Küste und wir hoffen auf Strandwetter!

 

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0