Texas hat uns mit relativ kühlem Wetter begrüßt, aber wir machen das Beste daraus. SUP fahren oder Aktivitäten auf dem Guadalupe River wie z.B. Fliegenfischen geht leider nicht. Dafür haben wir aber gleich bei unserer ersten richtigen Station in New Braunfels einen Reiterhof gefunden, der Reitstunden anbot und nicht nur Ausritte, bei denen die braven Pferde langsam hintereinander her laufen, egal wer drauf sitzt. Naja, das Erlebnis war dann leider doch nicht ganz so wie wir uns es vorgestellt haben, denn Gerrits Pferd wollte nach 5 Minuten nichts mehr mit ihm zu tun haben und eine/n Lehrer/in hatten wir auch nicht. Wir sind also mehr oder minder alleine mit zwei anderen Reitern im Paddock umhergeritten und haben versucht, die Pferde dahin zu bewegen, wohin wir wollten. Gerrit hat nach 15 Minuten aufgegeben, ich hatte Glück und ein nettes Pferd. Ich konnte es sogar überreden rückwärts zu gehen und zu traben und galoppieren. Egal, wir versuchen es in den nächsten Wochen immer wieder und werden bestimmt noch jemanden finden, der uns auch Westernreiten beibringen kann. Auf jeden Fall konnte ich zwei Tage lang kaum mehr laufen vor Muskel- und Sehnenkater - war es aber wert!
In New Braunfels und Umgebung haben wir viel über die deutschen Immigranten gelernt: den deutschen Adelsverein, der Deutschen die Überfahrt, viele Acre Land und notfalls auch die Rückfahrt bezahlt hat. In den Jahren 1865 - 1900 kamen alleine 40.000 Deutsche hierher und haben sich niedergelassen. Wir haben in Gruene, bei New Braunfels, die Gruene Hall, eine Tanzhalle, besucht, jedoch nicht getanzt. Ein 95 Jähriger hat sich einen Walzer von der Country Band gewünscht und wir waren kurz davor, auf die Tanzfläche zu gehen...In New Braunfels selbst haben wir deutsches Bier vom Fass getrunden und am nächsten Tag gute Schnitzel gegessen.
Die letzten zwei Tage haben wir damit verbracht, deutsche und tschechische (eigentlich Wendische) Geschichte hier in Form von Kirchen und Museen zu erkunden. Es gibt einige Kirchen, die "painted Churches" genannt werden, weil sie drinnen tatsächlich handbemalt sind. Die unspekatulärste hat uns gleich einen schönen Anfang beschert, weil der superfreundliche Pastor uns direkt begrüßt hat, als wir mit dem Monster auf den Kirchhof gefahren sind. Er hat uns etwas über die Kirche erzählt und wir haben zufällig die Probe eines Kinderkirchenchores gehört. In dem Örtchen gibt es 82 Kinder und sie haben eine eigene Schule bis zur achten Klasse! Der Friedhof war voller deutscher Nachnamen und in dem benachbarten Wendischen Museum haben wir dann ebenfalls eine ganz private Führung/Einführung bekommen. Solche Museen leben hier von den Sachspenden der Einwohner und wir konnten die Reise und das Leben der Siedler hier aufgrund der sehr persönlichen Gegenständen besser verstehen.
Geschlafen haben wir auf Campingplätzen und bei kleinen Tierfarmen, so wie auch heute wieder: ein Gnadenhof mit allen möglichen Vierbeinern. Gerrit hat es ein Riesenschwein (1.000 Pfund) und ein Rind mit superkurzen Beinen angetan, mir eher die kleinen verschmusten Ziegen und die Pferde.
Morgen fahren wir früh nach San Antonio rein, weil wir da einen Schlachter ausfindig gemacht haben, der donnerstags frisch deutsche Bratwurst macht. Den Rest von San Antonio haben wir gott sei Dank schon in 2019 gesehen - total schöne Stadt - denn der Riverwalk, der so schön ist, ist momentan eine Baustelle und der Fluss trocken! Die nächsten Tage verbringen wir dann in Austin.
















Kommentar schreiben