Wir sind seit einigen Tagen im Big Bend unterwegs, haben den Jeep über hubbelige Pisten gequält, sind viel gewandert und haben tatsächlich die SUPs ins Wasser gebracht! Der Reihe nach: wandern hier macht wirklich Spaß, denn es ist noch angenehm kühl - oder wenn es heiß ist, geht ein Wind - und wir erleben die unglaubliche Weite des Parks im selben Maße wie damals in 2019. Überall Bergmassive, verschiedene Stein- und Erdfarben, Wüste und Prärie. Das wirkt jetzt nach ein paar Tagen schon sehr gewohnt und langsam kommt der Wunsch nach "Grün" wieder auf, aber noch sind wir nicht fertig.
Wir haben auf der Suche nach einer guten Möglichkeit die SUPs zu nutzen etwas länger warten müssen. Der Boquillas Canyon war viel zu schnell oder zu flach und vom Ranger nicht empfohlen, der Santa Elena Canyon wiederrum sah super toll aus. An dem Tag, an dem wir zuerst los wollten, war es allerdings so windig stromaufwärts, dass wir es nicht hätten paddeln können. Also, eine nette offroad Strecke hingefahren und etwas enttäuscht wieder zurück. Wieder eine Permit für andere Tage beim Visitor Center geholt - dieses Mal gleich für drei Tage - und am nächsten Tag, also gestern, wieder probiert. Und was soll ich sagen: es war einmalig!! Rein zu paddeln war schon mal ein Erlebnis, weil der Wanderpfad direkt auf der einen Seite über unseren Köpfen entlang geht und Touristen uns die ganze Zeit beglotzt ;-) und fotografiert haben. Wie gut, dass wir das Board als Kajak nutzen und gesessen haben, sonst hätten wir denen bestimmt noch eine größere Show geboten, wenn wir ins Wasser gefallen wären! Nach einer guten halben Stunde stromaufwärts war der Wanderpfad dann vorbei und man konnte auch keine Menschen mehr hören, die das Echo des Canyons ausprobiert haben. Die Stille war überwältigend, wenn du da auch noch die Canyonwände direkt neben dir, den klaren Himmel über und das grünliche Wasser spiegelglatt unter dir hast! Wie immer können die Fotos die Erfahrung nicht wirklich einfangen, aber die eineinhalb Stunden auf dem Wasser - trotz all dem Geraffel vorher und nachher um die Boards herum - waren jede Mühe wert...
Die Wege in den Park sind hier vom Campground aus lang und im Park selbst reißen wir auch immer so um die 50 Meilen ab, um von A nach B zu kommen. Begleitet werden wir dabei immer von Country Musik, z.B. Chevy Silverado von Bailey Zimmerman, oder McArthur von Hardy, Eric Church, Morgan Wallen und Tim McGraw, oder On the Road Again von Willie Nelson, falls ihr die Lieder auch mal hören wollt.
Der Jeep hat die Offroad Strecken grandios bewältigt! Nicht, dass ich etwas anderes gedacht hätte, aber Zweifel waren dann doch da, weil er ja immerhin ein Pickup und recht lang ist. Die Strecken sind teilweise etwas schlechter durch Regen und Kälte geworden, sagte uns der Ranger, so dass sie leider ein paar sperren mussten. Die intensivste Strecke für uns war über 25 Meilen lang, fing mit Hubbeln und jeder Menge Staub an und brachte dann doch ein paar nennenswerte Hindernisse über Felsen, Schräglage und Löcher mit sich. Hat Spaß gemacht, wir haben uns beim Fahren abgewechselt und waren abends völlig fertig. Erzählen muss ich allerdings, dass meine Sicht und Strategie der Hindernis-Überquerung bei einer Schikane eine ganz andere war als Gerrits. Das hat zu einem Video geführt (er hat gefilmt, ich bin gefahren), auf dem er 5 Mal schnell hintereinander Stop schreit, weil er dachte, ich mache einen Fehler. Interessant für uns ist dann immer, wie wir eine Situation visuell tatsächlich unterschiedlich bewerten und worauf wir achten. Beide Wege führten in diesem Fall zum Erfolg, aber eben auf unterschiedlichen Herangehensweisen. Auf jeden Fall hat man erstmal einen erhöhten Puls, wenn man im Auto sitzt, nicht viel sieht und plötzlich jemand aufgeregt schreit ;-)!!
Abends haben wir unsere Seestar ausgepackt und ein paar Galaxien angeschaut. Wie ihr auf dem Foto bei Travelmap sehen könnt, sind hier unglaublich viele Sterne am Himmel sichtbar, so dass man dann eher einen besonderen Punkt inmitten dieser Sterne suchen kann, als einzelne eh schon gut sichtbare Sterne. Wir genießen es, draußen mit einem Getränk zu sitzen und nach oben zu schauen. Heute Nacht probieren wir mal aus, ob wir eine Langzeitaufnahme machen können.
Wir haben jetzt hier noch zwei Tage, gehen heute Reiten und morgen Schießen, dann geht es weiter in das Permian Basin, aus dem wir vor drei Wochen geflohen sind. Nichts geht über zweite Versuche ;-).









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Lydia (Dienstag, 17 Februar 2026 06:42)
Sieht alles sehr aufregend aus �