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Texas - die vorerst letzte Klappe

So, wir sind jetzt durch mit Texas - zumindest zunächst, denn es hat uns heute (Donnerstag) weiter nach Oklahoma verschlagen. Doch bevor wir den nächsten Teil unserer Reise machen, schließen wir erst einmal Texas ab. 

 

Wir haben einen verregneten Tag in Dallas verbracht, sind ins Omni Theater gefahren und haben uns dort immerhin einen sehr eindrucksvollen Film über Pferde und Menschen Beziehungen in 8k und 180 Grad Bildern angeschaut. Am nächsten Morgen sind wir nach Ennis zurückgefahren, um der Farmerin zu helfen, bei der wir vorher schon über Harvest Host übernachtet hatten. Sie hat auch tatsächlich noch damit gerechnet - was man bei den Amis nie so genau weiß, denn in ihrer Begeisterung sagen sie vieles (zu) und meinen es dann gar nicht so. Nicht so Miss K.! Kaum waren wir auf dem Hof, kam sie schon in ihrem Golfcart angefahren und hat uns begrüßt. Unsere Aufgabe war es, die Kühe (alle mit Hörnern!) und den Stier von der Weide in den abgezäunten Bereich zu treiben, damit wir den Mini-Stier Ollie und dessen Mutter separieren können. Leichter gesagt als getan, zu zweit und zu Fuß 6 Rindviecher durch ein Tor zu überreden. Wir sind also gerannt, haben gelockt, haben sie in die Enge gedrängt, nur um dann dem Stier doch den Vorrang zu lassen, wenn er unbedingt vorbei und weg wollte, natürlich gefolgt von allen Kühen... Egal, nach ca 20 Minuten und gefühlt sehr vielen Meilen haben wir es dann geschafft! Gut, dass ich in der Kühle des Morgens noch mein gefüttertes, langärmliges Oberteil angezogen habe, das dann im Laufe der Tagestemperaturen von 29 Grad definitiv zur falschen Entscheidung wurde! Gepaart mit Gummistiefel-Rennen waren wir schon fertig, bevor die eigentliche Arbeit anfing: Ollie sollte ein Halfter anbekommen und Gerrit sollte ihn sanft überreden, sich am Halfter führen zu lassen.

 

Miss K. hat uns instruiert und wir haben ausgeführt. Mit ihren bestimmt Mitte bis Ende 70 Jahren war sie sehr glücklich über Gerrits Körpergröße und -fülle! Als sie mir dann glücklich auf der anderen Seite des Zaunes zurief: "Let the rodeo begin! Get your camera out!" wusste ich, dass der arme Gerrit jetzt richtig zu arbeiten hatte, um ihn am Halfter zu führen. Er hat also alles gegeben, jedoch war Ollie anfangs noch stärker, hat sich gewunden, ist gesprungen, hat sich mit allen vieren gegen den Boden gestemmt und wollte einfach nicht kooperieren. Aber Miss K. war sehr entspannt, gab weiter Instruktionen und meinte nachher nur, dass man mit Tieren eben viel Geduld haben muss. Nach ein paar Minuten: Gerrit voll im Schweiß, Ollie "gebrochen" und fast lammfromm, hat sich kraulen und von Gerrit führen lassen. Und weil wir schon alle Kühe in der Nähe und eingepfercht hatten, haben wir sie auch noch gleich mit Fliegenspray eingesprüht. Natürlich auch mit sanftem Überreden und jeder Menge Respekt vor deren Hörnern, wenn sie wieder unbedingt raus aus den engen Stallgassen wollten. 

 

Die letzte Aufgabe bestand darin, Ollies Mutter zum ersten Mal zu melken. Haben wir also auch noch gemacht, als ob wir geborene Stallhelfer wären. Als die Farmerin Gerrit fragte, ob er schon einmal gemolken hat, sagte er ja, aber es sei lange her. Hat er gut gelernt von den Amis: immer mal ein bisschen mehr draus machen :-)! Er hat einmal als Kind auf dem Bauernhof an einer Kuh sitzen dürfen... Wurscht, er setzt sich also hin, nimmt das Euter in die Hand wie ein Pro und schon kommt der erste Strahl! Glücklich wie ein Kind hat er gestrahlt! Die Kuh war auch fein, hat zweimal einen ordentlichen Fladen rausgemacht, den ich dann wegmachen durfte. Es war ein rundum gelungenes Erlebnis und wir wissen nicht genau, ob Miss K. das wirklich machen musste und unsere Hilfe genutzt hat oder ob sie uns einfach ein Erlebnis besorgen wollte ;-).

 

Auf jeden Fall war das ein schöner Abschied von Texas, denn nun fühlen wir uns nicht nur den Pferden hier näher, sondern auch noch den Kühen. Und wenn Texas nicht Pferde und Rinder ist, was dann?! Achja, unendliche Weiten (vor allem der Südwesten) und große Städte. Das Dallas-Fort-Worth Metrogebiet hat 8,5 Mio. Menschen! Fast so viel wie Österreich! Für unseren Geschmack viel zu hektisch, zu viele Autos und der echte Spaß war definitiv auf dem Land zu haben!

 

Für unsere Oklahoma-Berichte, bitte die Seite "Oklahoma" öffnen.

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Kommentare: 1
  • #1

    Dorin (Mittwoch, 29 April 2026 15:30)

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