Die ersten Tage in Oklahoma haben viel versprechend im Wichita Mountains Wildlife Preserve angefangen, weil wir genau das zu sehen bekommen haben, was wir wollten: Bisons, Longhorns und Prairie Dogs. Wir hatten uns Wanderwege ausgesucht, die meilenweit durch das Gelände führen, nur um vielleicht einen Blick auf ein Bison erhaschen zu können. Kaum sind wir jedoch mit dem Auto in den Park gefahren, standen die ersten Rindviecher schon in Mengen direkt neben der Straße und haben sich willig fotografieren und bewundern lassen! Wir sind trotzdem jeden Tag wandern gegangen und haben uns sehr über tolle und abwechslungsreiche Szenerie gefreut, warmes Wetter und Wind genossen.
Unseren ursprünglichen Campingplatz im Park mussten wir jedoch nach der ersten Nacht verlassen, weil er voll wurde und wir uns ohnehin in einen sehr kleinen Platz zwischen die Bäume quetschen mussten. Genauer gesagt musste Gerrit sogar einen Ast entfernen, der zu niedrig war. Wir haben einen schönen anderen Platz direkt am See Lawtonka gefunden und dort zwei laue Abende verbracht. In der Ferne waren immer Gewitter oder Artilleriegeräusche oder Kampfjets zu hören (große Militärbasis direkt nebenan), aber das war wirklich nur kurzweilig. Im Ort sind wir an einem deutschen Restaurant vorbeigefahren, das wir nicht ignorieren konnten. Natürlich haben wir eines Abends dort gegessen und es war wirklich köstlich!
Natürlich wurden wir überall auf Grobi angesprochen, aber dieses Mal tatsächlich ein paar Mal als "storm hunter". Wer ist auch schon in so einem Fahrzeug in Oklahoma unterwegs, wenn Tornado Saison ist?! Ein Paar hat sogar angekündigt, dass sie bei uns klopfen und unterkommen möchten, wenn es stürmen sollte ;-)! Bislang sind wir aber erfolgreich vor allen Wetterunwegbarkeiten geflüchtet oder haben die Reise verzögert und Stürme wegziehen lassen.
Ich kann Gerrit bisher zu den meisten Museen überreden, auch wenn sich die Themen nach ein paar Tagen schon wiederholen und ich mich frage, wie lange er das noch mitmacht... Es geht immer um Wild Wild West, Indianerstämme, Cowboys/Siedler und Wetter. Das Museum in Lawton "Museum of the Great Plains" war sehr interaktiv und hat uns mit einem Video, Lärm und Gerüttel eindrucksvoll gezeigt, wie es sich anfühlt in einem Keller einen Tornado zu erleben. Die schönste Nebensächlichkeit in dem Museum waren die vielen Prairie Dogs, die im Park drum herum lebten und die wir mühsam und von weit weg vorher in dem Wildlife Preserve fotografiert haben. Hier saßen sie nahezu neben uns, haben uns permanent angequietscht und wir konnten sogar eine Famile sehen. Für mich steht fest, dass - wenn ich könnte - ich diese possierlichen Tierchen und die Erdkäuzchen, die wir in Cape Coral gesehen haben, als Bewohner in meinem Garten haben möchte! Jetzt muss ich nur noch den Garten dazu finden und ein Häuschen dort bauen ;-)!
Oklahoma City hat auch ein bisschen was zu bieten, unter anderem Bricktown, das dem Riverwalk in San Antonio nachempfunden wurde. Dort gibt es ein 45 Figuren starkes Denkmal für den "Land Run", der ins Leben gerufen wurde, um Oklahoma City zu bevölkern. Das muss sehr beeindruckend gewesen sein, als 50.000 Menschen von überall her auf der Welt nach Oklahoma gereist sind, um ein 160 Acre großes Grundstück für sich zu erkämpfen - für kostenlos. Natürlich haben wir gleich abends den Film "In einem fernen Land" mit Nicole Kidman und Tom Cruise dazu gesehen. Neben dem Kapitol als Hauptstadt Oklahomas hat OKC außerdem noch etliche Museen, von denen wir uns nur eines ausgesucht haben, nämlich das "Museum of Cowboys and Western Heritage". Ebenfalls sehr eindrucksvoll, lebendig und sehr informativ dargestellt. Super interessant auch die Geschichte zu Cowboys in der Filmindustrie zu erfahren. Dass so viele Western gedreht wurden und das Image des Cowboys als westlicher Held hauptsächlich durch Filme und Bücher geprägt wurde, war mir nicht klar. Für mich gehörten Western durch meinen Opi, der großer Fan war, schon immer zum Fernsehprogramm.
Heute fahren wir weiter in den Norden, wo wir noch mehr Bisons sehen möchten. Außerdem haben wir die Hoffnung, dass wir einen "Powwow", ein Zusammenkommen und Tanzen indigener Völker, sehen können. Wir haben einen gefunden, der am Wochenende stattfindet, wissen nur noch nicht, ob er auch für die Öffentlichkeit zugelassen ist. Mal sehen, ich werde berichten.










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