Meine Güte, hatten wir die letzten drei Tage Fahrspaß! Wie man auf dem Foto sehen kann, hat auch der Bulli alles gegeben, bzw. sein Fahrer :-)!
Wir sind zwei Offroad-Strecken mit dem Bulli und dem Jeep gefahren. Beide Strecken waren für Grobi zu klein oder nicht belastbar genug. Die erste Strecke war als 4 von 10 beschrieben und wir waren uns direkt nach den ersten 100 Metern sicher, dass der Bulli es nicht schaffen würde. Luis hat alles gegeben, ich habe nichts fotografiert oder gefilmt, weil ich so in Sorge war. Aber eine fast abgerauchte Kupplung und gefährliche Rückwärts-Bergab-Rutscher später haben wir alle auf unser Bauchgefühl gehört, sind umgedreht und haben den Bulli abgestellt. Wir sind mit dem Jeep weiter und tatsächlich war die Strecke nach einem wirklich fiesen Kilometer oder so einfacher. Die Höhe macht eben nicht nur uns kurzatmig! Egal, die Strecke war super: 7 Meilen und zwei Stunden später waren wir platt von dem permantenten Gerüttel und den Landschaften, die sich uns geboten haben. Unglaublich rote, weiße, grüne und graue Berge, immer mal wieder ein Flüsschen dazwischen und ganz zum Schluss eine gut erhaltene Geisterstadt. Die Strecke ist sehr beliebt und so waren wir inmitten von Jeeps, ATVs und Motorräder nie lange alleine unterwegs. Der Pass liegt grob zwischen Ouray und Silverton, heißt Corkscrew Gulch und führt unter anderem zu der alten Minenstadt Animas Forks. Von da aus sind wir zu einer Mine gefahren, die man auch besichtigen durfte und dort dann 1 Meile tief in den Berg hineingefahren. Es war arschkalt und nass, aber trotzdem natürlich interessant.
Am zweiten Tag sind wir den Ophir Pass gefahren und haben abermals versucht, den Bulli da durch zu prügeln. Siehe da, hat geklappt! Luis war sehr glücklich und stolz und er fährt auch wirlich extrem gut und sicher Auto, da bin ich ganz glücklich. Hier wechselte sich die Landschaft von bergauf fahren zu Geröll und Schutt auf so engen Wegen ab, dass man bei Gegenverkehr nebeneinander fahren konnte.Der Bulli hat mindestens einmal aufgesetzt und da wir hinter ihm gefahren sind, konnten wir auch die unterwegs verlorenen Radkappen einsammeln und Luis zurückbringen. Die große Runde führte nach Telluride, ein anderer Ski-Ort in Colorado, wo wir mit der kostenlosen Seilbahn in die Ski-Arena gefahren sind. Man nennt diese Gegend auch die Schweiz der USA (komisch, das hatten wir auch schon in Park City, Utah, gehört, muss also mehrere Schweizes hier geben).
Übernachtet haben wir wieder in einem State Park in Ouray, nachdem Grobi auf den Weg zu unserem ursprünglich wilden Stellplatz nicht gepasst hat. Manchmal ist Größe eben doch nicht von Vorteil. Aber der Campingplatz war sehr hübsch, hatte einen super netten Camp Host und einen tollen Aussichtspunkt. Vor einem Monat noch war das Gold Mountain Feuer hier sehr nah und man hätte fast die Stadt evakuiert. Obwohl es immer noch brennt, hält die Feuerwehr es sehr gut in Schach. Hoffentlich bleibt das auch so!
Aus Ouray mussten wir den "Million-Dollar-Highway", die 550, runter nach Durango fahren, weil man nur so direkt in den Süden kommt. Warum er so heißt, weiß keiner ganz genau, aber er hat traurige Statistiken, was Verkehrsunfälle angeht und ist für übergroße Fahrzeuge nicht empfohlen. Nicht empfohlen, heißt für uns "geht", immerhin kamen uns große LKW entgegen, also konnten wir es auch. Wir sind also mit den drei Fahrzeugen Kolonne gefahren, Grobi hat zwei niedrige Tunnel, mehrere enge Kurven und steile Abhänge bezwungen und wir sind ohne Probleme in Durango angekommen. Ich konnte die Gelegenheit nutzen, Gerrit zu beweisen, dass sich Grobi sehr wohl sehr schräg in die Kurven legt, und habe fleißig Fotos gemacht. Die Nacht davor hatte eine Schlammlawine die Straße überschüttet, aber die Menschen müssen hier die Nacht durchgearbeitet haben, denn am nächsten Morgen war sie wieder frei, man konnte nur noch Reste von rotem Geröll an den Seiten sehen.
Nachdem wir diese drei Strecken hinter uns gebracht haben, haben wir das Gefährt gewechselt, aber davon später mehr, denn morgen kommt noch ein Wechsel, dann erzähle ich weiter...





















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